Kantenabschlüsse selber nähen: Paspelband, Schrägband und Einfassung
Ein sauberer Kantenabschluss entscheidet darüber, ob eine Decke oder ein Kissen professionell wirkt oder nach schneller Handarbeit aussieht. Wer selbst näht, hat die Wahl zwischen mehreren Techniken, die sich in Aufwand und Optik unterscheiden. Paspelband, Schrägband und Einfassung sind die drei gängigsten Methoden, wobei jede ihre eigenen Stärken hat. Paspelband besteht aus einem Stoffstreifen, der um eine Kordel gelegt wird, und verleiht Kanten eine feste, definierte Form. Schrägband wird im 45-Grad-Winkel zum Fadenlauf zugeschnitten, wodurch es sich besonders gut um Kurven und Ecken legt. Die Einfassung wiederum umschließt die Kante vollständig und eignet sich für stark beanspruchte Textilien.
Bevor man mit dem Nähen beginnt, sollte der Stoff vorbereitet werden. Schrägband lässt sich aus Resten selbst herstellen, indem man Streifen in der gewünschten Breite zuschneidet und diese anschließend bügelt. Ein Schrägbandformer hilft dabei, die Kanten gleichmäßig einzuschlagen. Für Paspelband benötigt man zusätzlich eine Kordel, deren Stärke zum gewünschten Effekt passt. Wer sich für eine aufwendigere Variante entscheidet, findet unter Fransen, Quasten und Umsaum eine praktische Übersicht über dekorative Abschlüsse, die sich mit den Grundtechniken kombinieren lassen. Wichtig ist, dass die Stoffstreifen vor dem Annähen nicht gedehnt werden, sonst wellt sich die Kante später.
Beim Annähen kommt es auf die richtige Nadel und den passenden Druckfuß an. Ein Reißverschlussfuß oder ein spezieller Paspelfuß erleichtert das Führen des Materials entlang der Kante. Die Naht sollte dicht an der Kordel oder der Bruchkante verlaufen, damit später nichts verrutscht. Bei Ecken wird das Schrägband eingeschnitten oder gefaltet, je nach gewünschtem Ergebnis. Nach dem Annähen wird die Nahtzugabe zurückgeschnitten und die Kante gewendet. Ein letzter Bügelgang sorgt dafür, dass sich der Abschluss glatt anlegt.
Die Wahl des Materials beeinflusst nicht nur die Optik, sondern auch die Haltbarkeit. Baumwollstoffe eignen sich für den Alltag, während Seide oder Satin für dekorative Kissen verwendet werden. Wer regelmäßig näht, sollte sich eine kleine Auswahl an Schrägband in verschiedenen Farben zulegen. So lassen sich Reststücke verwerten und individuelle Akzente setzen. Mit etwas Übung gelingt der Kantenabschluss in gleichbleibender Qualität, und die selbst genähten Stücke halten vielen Wäschen stand.