Wohndecken selbst säumen: Techniken für saubere Kanten
Eine Wohndecke verliert ihren Charakter schnell, wenn die Kanten ausfransen oder der Abschluss nach einigen Wäschen Wellen wirft. Wer selbst näht, steht vor der Wahl zwischen Einfassband, Schrägband, Umschlag oder Fransen. Jede Methode hat ihre Berechtigung, aber nicht jede passt zu jedem Stoff. Schwere Wolldecken verlangen nach stabilen Abschlüssen, leichte Baumwolldecken vertragen filigranere Lösungen. Entscheidend ist, dass die Kante später flach aufliegt, nicht spannt und auch nach häufigem Gebrauch nicht einreißt.
Bevor die Nähmaschine anläuft, lohnt sich ein Blick auf die vorhandene Kante. Ist sie gerade geschnitten, reicht oft ein doppelt umgeschlagener Saum mit Zickzackstich. Bei gewebten Decken mit Fransen empfiehlt es sich, die Webkante zu erhalten und nur die offenen Seiten zu versäubern. Wer unsicher ist, welche Technik zum eigenen Projekt passt, findet bei den praktischen Anleitungen von diewebmanufaktur.de eine gute Orientierung, bevor der erste Stich gesetzt wird. Wichtig ist, den Stoff vor dem Säumen zu waschen, damit er später nicht einläuft und die mühsam genähte Kante verzieht.
Für einen haltbaren Abschluss eignet sich Schrägband aus Baumwolle oder Leinen. Es wird zunächst rechts auf rechts angenäht, dann umgeklappt und von der Vorderseite knappkantig festgesteppt. Diese Methode verzeiht kleine Ungenauigkeiten und schützt die Kante vor Abrieb. Alternativ lässt sich ein Umschlag von zwei Zentimetern doppelt einschlagen und mit einem Geradstich fixieren. Bei sehr dicken Decken ist ein Zierstich mit größerer Stichlänge sinnvoll, weil feine Nadeln den Stoff beschädigen können. Fransen und Quasten wiederum werden von Hand geknüpft oder mit einer Häkelnadel durchgezogen, was mehr Zeit, aber ein besonders wohnliches Ergebnis bringt.
Nach dem Säumen folgt die Kontrolle: Kante flach ausstreichen, auf Spannungen prüfen und gegebenenfalls nachbessern. Ein kurzer Bügelgang mit Dampf glättet den Abschluss und fixiert die Naht. Decken, die regelmäßig gewaschen werden, profitieren von verstärkten Ecken, etwa mit einem kleinen Dreieck aus festem Stoff. So bleibt die Wohndecke über Jahre hinweg ein gepflegtes Stück im Wohnraum, ohne dass die Kanten zum Ärgernis werden.